Was passiert, wenn man moderne Psychologie nicht nur in eine App steckt, sondern Kindern etwas Echtes zum Anfassen gibt? In Regensburg hat ein Team aus drei Gründerinnen RocketMIND entwickelt – ein Projekt, das den natürlichen Bewegungsdrang von Grundschülern nutzt, um mentale Stärke spielerisch zu trainieren. Es ist die Geschichte einer Innovation aus der Oberpfalz, die beweist, dass digitale Hilfe am besten funktioniert, wenn sie im echten Leben landet.
Ein gewöhnlicher Dienstag im Wohnzimmer: Ein achtjähriges Kind sitzt vor dem Tablet. Doch statt passiv Videos zu konsumieren, interagiert es mit einem kleinen, physischen Objekt in der Hand: der „Rocket“. Das Kind macht Atemübungen, folgt Bewegungsreizen und lernt spielerisch, wie es mit Stress umgeht. Was nach einfachem Spiel aussieht, ist das Ergebnis eines Masterstudiengangs an der OTH Regensburg und der Versuch, die mentale Gesundheit der nächsten Generation zu schützen.
Warum Kinder keine „kleinen Erwachsenen“ sind
Die Idee zu RocketMIND entstand aus einer scharfen Beobachtung im Studiengang „Digital Entrepreneurship“. Lena Hiltel, Celina Hölzel, Annalena Lüdeke, Laura Woller und Tim Wolf erkannten erkannten einen Konstruktionsfehler bei bisherigen Angeboten: Viele Mental-Health-Apps übertragen Konzepte für Erwachsene – wie stilles Meditieren – einfach auf den Bildschirm.
Doch Kinder funktionieren anders. Sie haben einen natürlichen Drang zur Bewegung. Werden sie gezwungen, starr auf ein Display zu schauen, verlieren sie schnell die Lust. Das führt zu hohen Abbruchraten und macht die Hilfe wirkungslos. Die größte Hürde für das Team war es daher, die Technik der „Rocket“ so mit der App zu verbinden, dass ein echtes Zusammenspiel entsteht.
RocketMIND nutzt den sogenannten „sensomotorischen Drang“. Das bedeutet: Kinder lernen am besten, wenn sie Dinge anfassen und sich dabei bewegen können. Die physische Rakete dient als Anker im echten Leben. Durch wiederholte Übungen mit dem Spielzeug verinnerlichen die Kinder Techniken, die sie später in echten Stressmomenten – etwa vor einer Schulaufgabe – eigenständig abrufen können.
Ein wunder Punkt für viele Eltern ist die Bildschirmzeit. RocketMIND löst diesen Konflikt durch ein klares Zeitfenster von etwa 15 Minuten pro Tag. Die App ist dabei nicht das Ziel, sondern nur das Werkzeug, das die Interaktion mit der Rakete anleitet. Es geht nicht darum, ob Kinder digitale Medien nutzen, sondern wie sinnvoll sie es tun.

Gesundheit darf keine Geldfrage sein
Hinter dem „Herzensprojekt“ steckt ein starkes wirtschaftliches und soziales Fundament. Kinder aus finanziell schwächeren Familien sind statistisch doppelt so häufig von psychischen Problemen betroffen. Um diese Ungleichheit abzumildern, plant das Team ein mehrstufiges Modell:
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Start: Ein Monatsabo für Familien (14,99 €).
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Ausbau: Lizenzen für Schulen und Bildungseinrichtungen.
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Ziel: Die Zulassung als „Digitale Gesundheitsanwendung“ (DiGA). Dann würde die Krankenkasse die Kosten übernehmen, und RocketMIND wäre für alle Familien einkommensunabhängig zugänglich.
Wurzeln in der Oberpfalz
Dass dieses Konzept in Regensburg fliegen lernt, liegt auch am starken regionalen Netzwerk. Von der OTH Regensburg über die TechBase bis hin zum BioPark Jump haben zahlreiche Partner das Team unterstützt. Vor allem aber waren es die Regensburger Eltern und Kinder, die in Testphasen geholfen haben, das Produkt zur Marktreife zu bringen.
Du möchtest RocketMIND aktiv mitgestalten? Auf der Website gibt es dazu weitere Informationen: www.rocketmind.app.
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Website: www.rocketmind.app
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Instagram: @rocketmind.de
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Video-Einblick: Projektvorstellung auf YouTube






